Nero 9 Multilingual

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Redakteur: Gargoyle

Nero 9 Multilingual

Genre: - Multimedia-Software -

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Nero 9 Cover
Erscheinungstermin:
01/06/2009
Entwickler:
Nero AG
Vertrieb:
Nero AG / Koch Media
Website:
Preis:
ca. 50.00 €

SSG Meinung

Ich denke ja bei Nero immer noch zuerst an das bekannte CD-Brennprogramm, sogar noch vor dem römischen Kaiser. Um genauer zu sein hieß das Programm mit der Brennfunktion ja Nero Burning Rom. In den vielen Jahren, die es nun auf dem Markt ist, wurde es nicht nur immer weiterentwickelt und den neuen Medien angepasst, um das Kernstück wuchs auch eine fast schon unübersichtlich große Multimedia-Suite mit vielen nützlichen Funktionen. Man kann also durchaus davon ausgehen, daß der Hersteller und Marktführer Nero die Suite in ihrer aktuellen Version Nummer 9 als Rundum-sorglos-Paket im Bereich Medienverwaltung am PC betrachtet. Aber braucht man all diese Funktionen tatsächlich? Und noch wichtiger: funktionieren all diese Tools auch problemlos und im Zusammenspiel miteinander?

Nero 9 verfügt über zirka 20 einzelne Anwendungen, auf die wichtigsten möchte ich kurz eingehen:

Zum einen wäre da das eingangs erwähnte Nero Burning Rom. Das Zusammenstellen von Video-, Audio- und Daten-CDs bzw. DVDs geht nach wie vor sehr leicht und intuitiv per Drag & Drop von der Hand, MP3-Daten werden, wenn nötig, automatisch umkodiert, z.B. für Audio-CDs. Es finden sich auch schnell Zusatzfunktionen, z.B. Zum Löschen von DVD-RWs oder dem direkten Brennen von gespeicherten Images. Einsteigern wird das Brennen zusätzlich durch Nero Express erleichtert, welches mit eindeutigen Beschreibungen der Funktionen sowie großen Piktogrammen punkten kann. Den Brennfunktionen und der dazugehörigen Nutzerführung merkt man die Reife des Programms durchaus an.

Ein weiteres sehr umfangreiches und nützliches Programm ist die Video-Authoring-Software Nero Vision. Sie erlaubt es, Video-Dateien eines beliebigen Formats umzukodieren und z.B. als AVI-Datei abzuspeichern oder direkt auf DVD zu brennen. Gerade für jemanden, der YouTube-Videos auf dem Fernseher wiedergeben möchte an diesem ab nur einen DVD-Player ohne DIVX-Wiedergabe angeschlossen ist dies enorm praktisch und funktioniert auch sehr intuitiv und einfach wie auch in Nero Burning Rom, allerdings muß man, abhängig von der Prozessorleistung des eigenen PCs, für das umkodieren einige Zeit einkalkulieren, was aber, auch im Vergleich zu anderen Programmen, völlig normal ist. Gut gefallen hat mir auch die Möglichkeit, direkt mit Menü-Vorlagen die DVD-Navigation zu gestalten. Ebenso ist es möglich, Videomaterial von externen Geräten wie Videokameras zu überspielen und direkt weiterzuverarbeiten. Auch das extrahieren von Audiospuren über den Music Grabber ist möglich sowie das Entfernen von Werbeunterbrechungen aus aufgezeichnetem Material über den Ad Spotter. Auch in der Praxis funktionieren diese Tools recht zuverlässig und erleichtern das Bearbeiten der eigenen Video-Sammlung. Zum Rekodieren ist im Nero-Paket desweiteren auch die Applikation Recode enthalten, Cover und Labels für die eigenen DVDs lassen sich bequem über den Cover Designer erstellen, der auch die LightScribe-Technologie unterstützt.

Für die Wiedergabe von Video- und Audiodateien hält Nero 9 eine neue Version von Showtime mit einer überarbeiteten Benutzeroberfläche bereit. Prinzipiell funktioniert Showtime in der neuen Version mit Playlist-Editor und Zufallswiedergabe auch ganz ordentlich als Allround-Wiedergabe-Tool, große Minuspunkte sind jedoch die verhältnismäßig lange Ladezeit und der Verzicht auf Blu-Ray-Wiedergabe trotz HD-Unterstützung.

Auch als Picture-Viewer will sich Nero über den Photo Snap Viewer hervortun. Auch dieser Teil der Suite funktioniert soweit recht gut und bietet Standardfunktionen wie Bilddrehungen, allerdings ist die Ladezeit für Bilder im Vergleich zu anderen Programmen nur befriedigend.

Auf der Audio-Seite stehen dem Nutzer zum einen der Wave Editor zur Verfügung, zum anderen Soundtrax. Letzter erlaubt auch das Abmischen von Audiotracks auch mehreren Kanälen, bis hin zu 7.1 Surround-Sound. Hier lassen sich auch bequem Audio-CDs rippen, bei der Erstellung von ID3-Tags für MP3-Dateien hilft nun der Gracenote-Service, der automatisch die passenden Daten aus dem Netz abruft.

Spannend ist, daß die Nero 9 Suite auch eine Autobackup-Funktion bietet, welche auf Wunsch ständig bestimmte Verzeichnisse überwacht und automatisch neue Dokumente, Videos, Fotos oder audio-Dateien sichert. Die Sicherung kann nun auf internen oder externen Medien vorgenommen werden, Online-Speicher wird nur in Form eines kostenpflichtigen Nero-Angebots unterstützt. Bei der Wiederherstellung lassen sich bequem eine oder mehrere Dateien auswählen. Der Rescue-Agent bietet zudem die Möglichkeit, versehentlich gelöschte oder verlorengegangene Dateien von allen Datenträgerarten wiederherzustellen. Praktisch ist hierbei die schnelle Scan-Funktion, welche kürzlich gelöschte Dateien wieder aus dem Speicher-Nirvana ausgräbt.

Zu guter letzt sei noch Nero Start Smart, das Startcenter der Nero Suite erwähnt. Dies bietet schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des Software-Pakets, selbst RSS-Feeds lassen sich anzeigen. Allerdings ist mir persönlich das Angebot der Funktionen im Startcenter fast schon zu unübersichtlich, und meist fehlt exakt die Funktion, die man gerade benötigt. Da auch hier die Ladezeit nicht die kürzeste ist und ein permanentes Ausführen des Programms zu ressourcenintensiv ist, kann man hierauf auch getrost verzichten.

In vielen Nutzerberichten über Nero 9 wurden zahlreiche Bugs und Abstürze erwähnt, dies kann ich nach meinen Erfahrungen, zumindest in der vorliegenden Version 9.4.11.6 unter Windows XP 32 bit, nicht bestätigen. Hier wurde wohl zumindest konsequent nachgebessert, auch wenn natürlich ein bugfreier Release bei einem nicht gerade günstigen Programm durchaus wünschenswert wäre.

Fazit:
Nero 9 ist in der Tat eine sehr umfangreiche Suite, die auch dem weniger erfahrenen PC-User den Umgang mit seiner Mediensammlung erleichtert. Allerdings wird kaum ein Nutzer alle Funktionen von Nero wirklich benötigen, glücklicherweise lassen sich die Anwendungen bei der Installation einzeln auswählen, auch wenn man hier einige Zeit braucht, um die Programmvielfalt zu überblicken. Womit wir aber auch beim Problem der Nero Suite wären: wer sich ein wenig auskennt und nicht alle Funktionen von Nero benötigt, fährt vermutlich mit einer Kombination aus Freeware-Tools und evtl. Spezialprogrammen, gerade im Bereich DVD-Authoring, besser und zudem günstiger. Auch Nutzer von Nero 8 können sich das Upgrade prinzipiell schenken, zumal viele Verbesserungen nur im Detail stattgefunden haben. Wer aber mit möglichst wenig Aufwand ein Rundum-sorglos-Paket mit hohem Funktionsumfang und leichter Bedienung sucht, ist mit Nero 9 als Allround-Lösung gut bedient.


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