Alarm für Cobra 11 - Das Syndikat

SSG Meinung
Wer kennt sie nicht, die erfolgreichste in Deutschland hergestellte Actionserie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“? Bereits seit 1996 wird sie regelmäßig im TV ausgestrahlt. Doch leider konnten die Videospielumsetzungen der letzten Jahre nicht an den Erfolg der TV-Serie anknüpfen. Synetic startet nun einen erneuten Versuch um in die Erfolgsspur zu kommen. Ob es gelingt, lest ihr hier:
Zugegeben, die Meisten unter uns zucken leicht zusammen, wenn sie ein neues Alarm-für-Cobra-11-Spiel in den Verkaufsregalen sehen. Warum? Weil in der Vergangenheit die Umsetzung der TV-Serie in Videospiele, alles andere als erfolgreich verlaufen ist. Die Entwickler von Synetic wollen es nun mit neuem Konzept besser machen. Eine grundlegende Änderung ist die offene Spielwelt und somit eine dynamische Kampagne, denn auf ein lineares Korsett wurde verzichtet. Aufträge werden nun in Echtzeit generiert, das hat sich bereits bei vielen anderen Titeln bewährt. Doch schon hier gibt es den ein oder anderen negativen Aspekt. Während die Idee grundsätzlich nicht schlecht ist, wird der Spielspaß durch die mäßige Umsetzung getrübt. Zur Erklärung: Ausgangspunkt ist immer ein Streifenwagen, mit dem durch Auswahl im Menü an freigeschalteten Standorten, beginnt. Oft wählt man aber einen Standort aus, bei dem man anschließend feststellen muss, dass nichts los ist. Der Satz „Du bist momentan im falschen Einsatzgebiet, hier passiert nichts“ erscheint leider sehr oft auf dem Bildschirm. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Man fährt weiter durch die Stadt bzw. auf der Autobahn und hofft dass per Funk ein neuer Auftrag reinkommt, oder es passiert zufällig ein Verbrechen in der Nähe, womit wir schon beim nächsten Schwachpunkt wären. Leider fahren die Verbrecher häufig auf der Autobahn in der entgegengesetzten Richtung. Da Wendemöglichkeiten auf deutschen Autobahnen sehr begrenzt sind, kommt es oft vor dass durch die dadurch entstehenden Umwege, Aufträge verloren gehen, da der Verbrecher entwischt.
Positiv dagegen sind die abwechslungsreichen Aufträge, denn diese haben gar nichts mit dem tristen Alltag vieler Polizeibeamten zu tun. Neben wilden Verfolgungsjagden und anschließenden Verhaftungen durch Blockieren des gegnerischen Fahrzeuges, gibt es auch Beschattungen, Autorennen und sogar selbst gezündete Explosionen durch eine Drohne.
Die Story klingt spannend, handelt sie doch von einem Undercover-Agenten, der in ein mächtiges Verbrecher-Syndikat, das in Köln sein Unwesen treibt, eingeschleust wurde und die beiden Hauptdarsteller Semir und Ben um Hilfe bittet. Die Präsentation der Story ist leider weniger gut. Die Zwischensequenzen sind nicht mal durchschnittlich, dazu tragen auch die fehlenden Menschen einen Teil dazu bei. Es sind nur Außenaufnahmen von Fahrzeugen sichtbar.
Eine Premiere in diesem Teil von Alarm für Cobra 11 ist der Online-Modus. Einfach mit Games for Windows Live verknüpfen und los geht’s. Neben standardmäßigen Rennen, teils auch mit Verkehr, beinhaltet der neue Multiplayer auch Deathmatches samt Schusswechsel, in denen sich bis zu acht Spieler beweisen dürfen. Eine sinnvolle Erweiterung von Alarm für Cobra 11: Das Syndikat, nur am Umfang könnte noch etwas gearbeitet werden, denn aufgrund der überschaubaren Waffen und Modi, ist der Langzeitspielspaß doch begrenzt.
Die virtuelle Stadt Köln, hat in Alarm für Cobra 11: Das Syndikat nicht viel mit der wirklichen Stadt gemeinsam. Abgesehen vom Dom und einigen bekannten Gebäuden hält sich der Wiedererkennungswert in Grenzen. Trotz der hohen Verkehrsdichte wirkt die Stadt nicht sehr lebendig, denn neben Menschen vermisst man wechselndes Wetter und Tag-/Nachtwechsel. Auch im Bereich Grafik wird nur Durchschnittskost geboten. Die Spielewelt hätte einige Details mehr vertragen können. Die Fahrzeuge sehen klasse aus und die Lichteffekte überzeugen, doch die schwachen Texturen trüben das Bild. Auch soundtechnisch reißt Alarm für Cobra 11: Das Syndikat keine Bäume aus. Die Stimmen der Protagonisten sind zwar die der Schauspieler, doch die Dialoge sind nicht wirklich lustig. Die Motorengeräusche sind monoton, hier ist noch viel Luft nach oben.
Fazit:
Synetic macht einen Schritt nach vorne, ist aber noch lange nicht am Ziel. In allen Bereichen besteht noch Raum zur Verbesserung. Schade dass das Potenzial nicht voll ausgeschöpft wurde. Dafür ist der neue Online-Modus eine willkommene Abwechslung und bewahrt den Titel vor der Vergessenheit. Ein Trost für alle, die sich mehr erwartet haben, ist dass die TV-Serie immer noch zu den besten deutschen Action-Produktionen zählt und man somit nicht komplett auf den Kampf gegen Autobahnraser verzichten muss.








