Haunted

SSG Meinung
„Haunted“ ist das neueste Point & Click-Adventure aus dem Haus des Entwicklers Deck 13 und spielt im 19. Jahrhundert. Die Story rund um die heimatlose Waise Mary und einige hilfreiche Geister führt den Spieler durch das düstere London, bis hin nach Schottland und sogar Transsilvanien.
Die kleine Mary gerät in die Hände der etwas gruseligen Lady Ashcroft, die Experimente an Geistern und Leichen durchführt. Hat Lady Ashcroft auch etwas mit dem Tod von Marys kleiner Schwester zu tun, deren Stimme Mary auf einmal immer wieder hören kann? Dies gilt es nun herauszufinden und auf der Flucht vor Lady Ashcroft und ihrem Gehilfen erleben Mary und ihre stetig wachsende Geistergesellschaft abenteuerliche Geschichten und müssen verzwickte Rätsel lösen.
Im Laufe der Geschichte stoßen nach und nach immer mehr Geister zu Mary. Jeder Geist bietet außer – mehr oder weniger – guter Gesellschaft auch spezielle Fähigkeiten, die auf Marys Reisen nützlich bis hin zu nötig sind. Manchmal reicht ein einziger Geist mit seinem speziellen Können, manchmal muss man hier verschiedene Geistgefährten kombiniert agieren lassen.
Z.B. gibt es Oscar, einen ehemaligen Piraten, der heiße oder elektrische Gegenstände anfassen kann. Und wer wollte nicht schon immer einmal mit Konfuzius’ Geist auf Tour gehen?
Die Idee, die Rätsel mit verschiedenen „Geister“-Kombinationen zu lösen ist zwar recht spaßig, aber leider sind die meisten Aufgaben nicht besonders anspruchsvoll. Zwar kann man in verschiedenen Schwierigkeitsstufen (Es gibt Hot-Spots und Hilfe-Funktion) spielen, aber dennoch würde man sich hier kniffligere Aufgaben wünschen.
Kaum muss man verschiedene Dinge und/oder Figuren miteinander kombinieren. Hier gäbe es wesentlich mehr Potenzial.
Was bei „Haunted“ sehr positiv auffällt, ist die außerordentlich gute Synchronisation. Hier erkennt man Sprecher wieder, die auch schon bekannten Hollywoodstars ihre Stimme liehen. Allerdings sind die Dialoge teilweise etwas zu kritisieren, aber dafür gibt es oft auch gute Gags, die zum leisen Schmunzeln oder auch zum lauten Lachen anregen.
Die einzelnen Figuren hätten gerne ausgereifter sein können, sodass man sich mehr mit ihnen identifiziert. Leider sind die Charaktere und auch die Geschichte etwas zu oberflächlich geraten.
Die Umgebung bietet optisch nette Ideen und Einzelheiten, aber leider fehlt es an Detailtreue.
Auch benötigt man eine ziemlich gute Grafik-Karte um in den vollständigen knackig-bunten 3D-Genuss zu kommen, der allerdings auch sogar dann immer mal wieder kleine Mängel aufweist.
Die typische Links-Klick-Steuerung funktioniert ganz ok, ist aber auch nicht immer fehlerfrei und die ständig automatisch wechselnde Kameraperspektive ist nicht immer von Vorteil und in manchen engeren Szenen kann man schon einmal laut losfluchen.
Fazit:
„Haunted“ ist ein nettes Adventure-Game mit interessanter Umgebung. Die Story ist bis auf leichte Oberflächlichkeiten ganz gut gelungen und die lustigen Charaktere, besonders die Geister, machen Spaß.
Das Game ist nicht sonderlich tiefgründig und man muss sich erst einmal in die Geschichte reinfinden, dafür ist es aber durchgehend gut und bietet stetige Unterhaltung.
Die Schwierigkeitsgrade hätten etwas differenzierter sein können, sodass es auch Rätsel-Profis nicht zu leicht wäre, aber dennoch ist es im Allgemeinen ein spaßiges Spiel, das sein Geld sicherlich wert ist.







