BlazBlue - Calamity Trigger

SSG Meinung
Die Macher von Guilty Gear werfen mit BlazBlue - Calamity Trigger ein 2D-Beat-em-up im Zeichentrick-Look in den Ring. Ob sich die Anime-Prügeleien gegen die namhafte Konkurrenz, nämlich Street Fighter 4 und Tekken 6, durchsetzen können, oder bereits in der ersten Runde ausgeknockt werden, zeigt folgender Test:
Für ein Kampfspiel äußerst ungewöhnlich ist die Tatsache dass Calamity Trigger eine Geschichte erzählt und jeder der zwölf Charaktere eine eigene Handlung besitzt. Der Hintergrund der Geschichte ist folgender: Ragna the Bloodedge, der Bösewicht des Spiels, wird von elf Kopfgeldjägern gejagt. Diese wollen ihm seine Grenzen aufzeigen, jedoch müssen auf dem Weg dorthin, Gegner ausgeschaltet werden. Der Storyanteil im Hauptmodus überwiegt deutlich, d. h. Dialoge dauern lange, Kämpfe finden nur noch zwischendurch statt, obwohl es eigentlich andersrum sein sollte. Aber anscheinend ist das von den japanischen Entwicklern so gewollt, hier in Deutschland wird das wohl auf wenig Zuspruch treffen.
Charaktere
In BlazBlue - Calamity Trigger kämpfen zwölf spielbare Charaktere gegeneinander. Das hört sich erstmal wenig an, aber jeder dieser zwölf Kämpfer ist nicht nur optisch, sondern auch von der Bewegung und den Angriffen her, sehr individuell. Die Vielfalt ist groß, so gibt es neben dem Bösewicht Ragna zum Beispiel auch einen weiblichen Androiden oder einen blubbernden Schleim. Das Aussehen der Figuren wurde von den Entwicklern mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
Steuerung
Vorweg: Das Kampfsystem hat es in sich. Es gibt neben dem normalen Blocken auch einen Schildblock, der aber nur begrenzt verfügbar ist. Dank des Schildblocks ist es möglich, sich gegen lange Combos des Gegners zu wehren. Sogar in der Luft lässt sich blocken. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase in die Angriffssteuerung, zeigen sich erste Erfolge. Beherrscht man außerdem noch einige der ausgeprägten Kombinationsmöglichkeiten und sogenannte „Drives“ (individuelle Super-Spezialangriffe), ist jeder Gegner schlagbar und das Kampfgeschehen kann sich in wenigen Sekunden wenden. Bis es jedoch soweit ist, muss viel trainiert werden, ansonsten sieht man alt aus, gegen die starken Kontrahenten. Es ist sehr empfehlenswert, ein Gamepad für diese komplexe Steuerung zu verwenden, sonst wird der Spaßfaktor gedämpft.
Grafik
Die Grafik des gesamten Spiels, vor allem aber der handgezeichneten 2D-Charaktere und der stimmigen 3D-Hintergründe, ist sehr gut gelungen. Zwar sind die knallbunten Farben und Effekte für uns gewöhnungsbedürftig, gehören aber zu einem Anime-Game einfach dazu.
Sound
Der Sound passt wunderbar zu diesem Spiel und verleiht den Kämpfen die passende Atmosphäre.
Ebenso ist an den Kampfgeräuschen in Form von Schlägen und Tritten nichts auszusetzen.
Nicht ganz zeitgemäß ist die Soundausgabe. Statt Dolby Digital bietet BlazBlue - Calamity Trigger lediglich Stereo bzw. Dolby Surround.
Mehrspielermodus
Wie es sich für ein standesgemäßes Beat ’em up - Game gehört, ist auch ein Multiplayer-Modus mit an Bord. Die Online-Kämpfe ließen sich problemlos absolvieren. Latenzprobleme traten eher selten auf, das ist keine Selbstverständlichkeit bei einem Spiel, das plattformübergreifende Prügeleien ermöglicht. Beim Nachfolger könnte jedoch der Server-Browser optimiert werden, denn es werden automatisch verfügbare Spieler zusammengewürfelt. Dabei wird keine Rücksicht auf den erreichten Level genommen, was zur Folge hat dass es oft zum Duell Profi gegen Anfänger kommt. Wie sich jeder vorstellen kann, machen solche einseitigen Kämpfe den wenigsten Spaß.
Fazit:
Wer hätte das gedacht…Street Fighter 4 und Tekken 6 bekommen ernsthafte Konkurrenz. Auch wenn es ein komplett anderer Stil ist, machen die Prügeleien mindestens genau so viel Spaß. Nicht zuletzt tragen die liebevoll gestalteten Charaktere ihren Teil dazu bei. Das komplexe Kampfsystem wirkt ausgereift und die Spielwelten sorgen für Abwechslung. Anfänger müssen sich erst mal einspielen, aufgrund der schwachen Tutorials, darf man keine große Hilfe erwarten. Aus technischer Sicht ist der Online-Modus stabil und zuverlässig, Kämpfe gegen die Konsolenkollegen machen Spaß. Im nächsten Teil dürfen die Story sowie die Dialoge ruhig kürzer sein…






