Die Siedler 7

SSG Meinung
Das Kult-Aufbauspiel um die wuseligen Siedler geht in die siebte Runde. Erwartet den Spieler sinnvolle Innovation oder doch nur ein lauer Aufguss?
Die Siegpunkte:
Neu in diesem Teil der Siedler sind die so genannten Siegpunkte. Die Siegpunkte werden in den ersten Missionen weggelassen und ab der zweiten Hälfte langsam eingeführt. Die Siegpunkte werden jeweils am Anfang einer Mission vorgegeben, und können auf unterschiedliche Art und Weise erzielt werden. Etwa durch den Bau von Gebäuden, das erobern von Gebieten oder das Sammeln einer vorgegebenen Menge an Rasuren. Der Spieler der als erstes die Verlangte Menge an Siegpunkten erreicht hat die Mission gewonnen, und es geht auf zur nächsten Mission.
Der Anfang:
Natürlich begleitet euch dabei eine für Die Siedler typische Geschichte. Ihr übernehmt die Rolle von Prinzessin Zoe, die sich durch zahlreiche Gefechte den Königstitel erkämpfen muss. So lernt ihr in der ersten Mission den Aufbau einer kleinen Siedlung und den Umgang mit den Rohstoffen. Diese zeigen sich auf der Karte durch kleine Icons an. Die Gebäude wurden dieses Mal in mehrere Kategorien unterteilt, die alle ein Hauptgebäude besitzen, an selbigen kann man dann bis zu drei Produktionsstätten anbauen. Das erscheint im ersten Moment ein wenig verwirrend, erleichtert euch aber den Aufbau, da man für jeden Gebäudekomplex nur einen Weg setzen muss.
Den Sieg erringt ihr in den ersten Aufträgen durch das simple Bezwingen eures Kontrahenten. Dazu klickt ihr zuerst auf euren General und dann auf das feindliche Lager, schon machen sich eure Krieger auf den Weg. Bis auf einen möglichen Rückzug seid ihr zum Zuschauen verdammt, da ihr eure Truppen nicht einzeln befehligen könnt. Trotz der Kompaktbauweise ist der anfängliche Sektor sehr begrenzt und bietet meist nur geringes Ausbaupotential. Auch werdet ihr nie alle nötigen Rohstoffe neben dem Hauptquartier finden. Ihr müsst also euren Einflussbereich erweitern, um voran zu kommen. Das geschieht durch die Einnahme von angrenzenden Sektoren (Neutrale Sektoren lassen sich auf drei verschiedene Art und Weisen einnehmen), die von neutralen Einheiten und manchmal auch Palisaden oder Abwehrtürmen verteidigt werden oder von einem gegnerischen Spieler. Also befehlt ihr einem eurer Generäle mit seinen Truppen dorthin zu marschieren und anzugreifen; der Kampf läuft dann wie schon gesagt beinahe von selbst ab. Neutrale Sektoren könnt ihr auch auf zwei andere Arten einnehmen: Schickt mehrere Mönche vorbei, um die neutralen Truppen zu bekehren, oder lasst Goldmünzen sprechen und bestecht die Verteidiger einfach.
Forschung und Wirtschaft:
Geistliche und Hausierer dienen nicht nur der Bekehrung und Bestechung, ihr benötigt sie auch für Forschung und Handel. Je nach Forschungsgebiet braucht ihr mehr oder weniger Geistliche, und zunehmend nicht nur einfache Mönche, sondern auch Brüder oder Padres. Sie begeben sich dann in eines der neutralen Klöster auf der Karte, um eine von 19 Technologien zu erforschen. Diese erhöhen meist die Produktionsgeschwindigkeit eines Wirtschaftszweigs oder machen eure Truppen schneller. Große Besonderheit: Jede Technologie kann nur einmal erforscht werden, wer zuerst kommt mahlt zuerst. Dieser Umstand macht das Forschungsmenü zu einer Art zweitem Schlachtfeld, auf dem ihr ebenso gegen die Konkurrenten vorgehen müsst wie auf der eigentlichen Strategiekarte.
Optionale Quests direkt in der Spielwelt:
Die Quests holt ihr euch in speziellen Gebäuden ab, die symmetrisch über die Karte verteilt sind. Jeweils drei Aufgaben warten dort auf ihre Erfüllung, die sogar mit einigen wenigen Textzeilen in eine kleine Geschichte eingebettet sind.
Upgrades:
Um die Upgrades freizuschalten, benötigt ihr jeweils einen "Prestige-Rang-Punkt", den es für fünf Prestigepunkte gibt. Letztere wiederum erhaltet ihr einerseits für bestimmte spielerische Meilensteine oder manche Technologien. Andererseits könnt ihr quasi Rohstoffe gegen Prestige tauschen. Dazu baut ihr entweder eines von drei Prestigebäuden frei in die Landschaft, oder ihr erweitert Kaserne, Kirche oder Händlergilde für sehr wenig Geld.
Der Weg zum Sieg:
Grundsätzlich gibt es drei Vorgehensweisen, je nachdem ob ihr auf Religion, Geld oder Krieg setzt, oder alle drei kombiniert. Darin liegt die radikalste Änderung am bewährten Spielprinzip: Die vollständige Vernichtung eurer Widersacher ist nicht mehr das Hauptziel, sondern nur noch eine Variante.
Fazit:
Eine gutgemachte und grafisch ansprechende Fortsetzung der Siedler-Reihe, die viele Stunden Spielfreude verspricht. Durch das Einführen der Siegpunkte ist es nun auch möglich einen Gegner nicht nur durch militärische Überlegenheit zu besiegen, sondern auch durch reine Wirtschaftskraft. So erhält man Siegpunkte nicht nur für das gewinnen einer Schlacht, sondern z. B. auch dafür das man als erster ein wichtiges Gebäude erbaut, oder als erster eine bestimmte Menge Gold sammelt usw. Der Reiz von Die Siedler 7 liegt aber eindeutig im Multiplayer, denn im Kampf Mensch gegen Mensch spielt dieser Teil von „Die Siedler“ seine wahren Stärken aus.






