FIFA 11

SSG Meinung
In der Bundesliga rollt der Ball schon seit längerem, nun wird auch bei FIFA 11 angepfiffen. Bereits im Vorjahr haben die Jungs von EA Sports ein klasse Spiel auf den Rasen gezaubert und die japanische Konkurrenz aus dem Hause Konami alt aussehen lassen, allerdings nur auf den Konsolen. Denn auf dem PC ging der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los. Ob veraltete Grafik sowie hölzerne Kulisse der Vergangenheit angehören und FIFA in diesem Jahr einen Schritt nach vorne macht, zeigt dieser Test:Fangen wir gleich mit dem wichtigsten Punkt an, dem Gameplay. Durch den erhöhten Schwierigkeitsgrad und die verbesserte Defensive wirkt das Spielgefühl authentischer. Denn Alleingänge führen beispielsweise seltener zum gewünschten Erfolg, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Ebenso sieht es bei den Lupfertoren aus. Dadurch wird ein überlegtes Passspiel oder der sogenannte tödliche Pass quasi erzwungen, denn durch schnelle und intelligente Pässe kann die gegnerische Abwehr überlistet werden. Durch das Passsystem „Pro Passing“ sind die Leistungsunterscheide zwischen guten und schlechten Spielern noch deutlicher. Verbesserungen gibt es aber nicht nur in der Defensive. Auch die Offensive wurde optimiert, so haben Distanzschüsse z. B. mehr Wucht, was gleichzeitig mehr Realismus zur Folge hat. Ebenso tragen die neuen 360-Grad-Zweikämpfe ihren Teil dazu bei, die den Kampf ums Leder nun runder und flüssiger wirken lassen. Die Schiedsrichter sind intelligenter und unterscheiden nun Zweikämpfe besser von Fouls. Hier hat EA gerade bei der PC-Version entscheidende Verbesserungen vorgenommen.
Das zweite Sorgenkind war im vergangenen Jahr die Grafik. In diesem Jahr sieht das Spiel zwar deutlich besser aus, aber am Ziel ist Electronic Arts noch lange nicht. Denn während es Konami schafft ein Fußballspiel auf den Markt zu bringen, das auf allen Plattformen gleich gut ist, bringt es EA erneut nicht auf die Reihe die PC-Version von FIFA 11 identisch zu den Konsolen-Versionen zu gestalten. War im letzten Jahr FIFA 10 im Vergleich noch mangelhaft, ist FIFA 11 immerhin „nur“ noch ausreichend. DirectX 11 bietet beste Voraussetzungen für klasse Grafiken, schade dass das Potenzial an dieser Stelle nicht genutzt wurde. Hoffentlich bieten die Entwickler im nächsten Jahr einen größeren Schritt in die richtige Richtung, denn sonst hinkt die PC-Version weiterhin hinterher. Zudem wurde auf einige Features verzichtet, die es jedoch auf der Xbox 360 und der PS3 gibt, z.B. den spielbaren Torwart oder die individuellen Fähigkeiten der Spieler. Beim Sound gibt es wenig neues, dafür ist es aber erstmals möglich eigene Fangesänge ins Spiel einzubinden.
Toll an FIFA 11 sind wieder die große Auswahl an Vereinen und Nationen. Neben der 1. und 2. Liga sind noch weitere Ligen z. B. aus England, Italien, Spanien, Russland, Norwegen und Irland enthalten. Hier hat wie schon in den Jahren zuvor EA die Nase vorn, jedoch geht der Punkt Champions League und Europa League an Konami. Ob wir es mal erleben, dass in einem Spiel sowohl die Lizenzen für Ligen, als auch die für internationale Wettbewerbe enthalten sind, ist fraglich.
Im Hauptmenü steht man vor der Wahl von zahlreichen Spielmodi. Neben Einzelspielen und Turnieren kann eine Karriere als Spieler, Manager oder sogar Spielertrainer eingeschlagen werden. Der Spieler kann nach eigenen Wünschen gestaltet und mit individuellen Fähigkeiten versehen werden. Der Managermodus bietet zwar nicht so viel Tiefgang wie man es z. B. von „Fußball Manager“ gewohnt ist, beinhaltet aber die wichtigsten Funktionen wie Transfers und Spielerverträge.
Natürlich enthält FIFA 11 auch einen Online-Modus mit bereits bekannten Modi wie Mann gegen Mann, Pro Club Championship und Online Teamwork. Zusätzlich ist es nun möglich Elf gegen Elf zu spielen, was das Spiel auch für Clans interessant macht. Diese Variante macht viel Spaß, setzt aber eine gewisse Abstimmung unter den Mitspielern voraus.
Fazit:
Eines Vorweg: FIFA 11 hat einen Schritt nach vorne gemacht, allerdings nur einen kleinen. Zwar wurde das Gameplay verbessert, Grafik und Sound jedoch sind den Konsolen-Versionen immer noch deutlich unterlegen. Konami hat gezeigt, dass es möglich ist ein Fußballspiel auf allen Plattform gleich gut zu gestalten, warum das die Jungs von EA nicht schaffen, bleibt uns ein Rätsel. Außerdem bietet die PC-Version weder die Torwartfunktion noch fortgeschrittene Pässe. FIFA 11 bietet also noch genügend Luft nach oben bzw. Raum zur Verbesserung.








