Hearts of Iron III

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Redakteur: Elewon

Hearts of Iron III

Genre: Strategie

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Hearts of Iron III Cover
Erscheinungstermin:
28/08/2009
USK:
ab 12 Jahren
Entwickler:
Paradox Interactive
Vertrieb:
Koch Media
Anzahl Spieler:
1-32
Onlinefähig:
Ja
Website:
Preis:
ca. 34.95 €

SSG Meinung

Die Weltherrschaft besitzt den Charme einer Excel-Tabelle. Aber vielleicht soll sich Hearts of Iron III gar nicht mit grafischen Spirenzchen beim Spieler anbiedern. Einsteiger hoffen vergeblich auf ein komfortables Tutorial, das ihnen zeigt, wo es auf dem Schlachtfeld lang geht. Die spärlichen Einführungstipps kratzen gerade mal an der Oberfläche. Wer in "Hearts of Iron III" mehr als einen Blumentopf gewinnen will, kommt um das eingehende Studium von Anleitung und Strategiehandbuch nicht herum.

Hearts of Iron III" versetzt den Spieler in die Zeit des Zweiten Weltkrieges inklusive Vorgeplänkel und Nachspiel 1936-1948. Dabei geht es nicht immer historisch korrekt zu - manchmal entwickelt sich die Geschichte durch die Handlungen des Spielers völlig anders als in der Realität. Man kann sich für eines von über 100 Ländern entscheiden, dessen Geschicke man fortan lenken möchte.

Es geht nicht nur darum, seine Streitkräfte möglichst klug gegen Feinde zu dirigieren, ebenso müssen politische und diplomatische Entscheidungen getroffen, die technologische Entwicklung vorangetrieben und die Produktion aufrechterhalten werden. Da passiert es leicht, dass man auf dem Spielfeld den Überblick verliert, wenn der Feind einen aus allen Richtungen gleichzeitig in die Zange nimmt. Hier helfen die Pausenfunktion und die Möglichkeit, Aufgaben komplett der gewitzt agierenden Künstlichen Intelligenz zuzuweisen.

Hobby-Staatenlenker können die Bereiche Militär, Produktion, Forschung, Diplomatie, Politik und Spionage übernehmen, wobei man einzelne Aufgaben der KI überlassen kann, was sich jederzeit problemlos rückgängig machen lässt. Natürlich liegt der Fokus auf Kriegswirtschaft, aber es gibt auch Friedensjahre mit Konsumgütern, Haushaltsüberschüssen und Wahlen, denen sich alle demokratischen Regierungen stellen müssen. Autoritäre Staaten wie Deutschland haben es da leichter, denn ihre Führer müssen nicht wieder gewählt werden. Dafür müssen sie darum bangen, dass es zu einer Revolte kommt, wenn es zu viel Unruhe im Land gibt. Dies lässt sich durch gezielten Propaganda Einsatz jedoch vermeiden.

Die militärische Strategie nimmt wieder einen breiten Raum ein, denn sie ist das einzige Gebiet, das man nicht komplett der KI überlassen kann. Man kann aber einzelne Frontabschnitte ser KI übergeben, was allerdings nicht so leicht zu bewerkstelligen ist. Erst mal muss man das Hauptquartier finden, was durch die entsprechende farbige Anzeige kaum erleichtert wird. Das besetzt man mit einem Feldmarschall. Obwohl man grobe Vorgaben wie Angriff oder Verteidigung machen kann, sieht man wie Genosse Computer Unordnung in die zuvor mühsam geordneten Reihen bringt, und übernimmt lieber wieder selbst den Oberbefehl.

Von enormer Wichtigkeit für einen Sieg sind neben Kampfkraft, Schnelligkeit und Moral die Befehlshaber. Sie haben spezielle Fähigkeiten, was mehr Nachschub bringt, die Kampfkraft steigert oder den Truppen mehr Geschwindigkeit verleiht. Beeindruckend ist die ellenlange Befehlskette, die von der Brigade über die Division und Korps bis hin zur Heeresleitung gehen. Eine Einheit braucht, um richtig zu kämpfen, nicht nur einen geeigneten General und Nachschub, sondern auch noch eine Verbindung zu ihrem Hauptquartier. Den richtigen Mann zu finden, ist nicht einfach, denn ein unerfahrener Offizier wird den geplanten Angriff in den Sand setzen, da ihm die Klasse fehlt. Doch nicht nur die normalen Einheiten gewinnen an Erfahrung, auch der Offizier, was sich an den Sternen ablesen lässt.

Ebenfalls realistischer als beim Vorgänger ist, dass man nicht immer genau weiß, welche Truppe einem gegenüber steht, da vieles im Nebel des Krieges verborgen liegt. Obwohl es keine großen Veränderungen gibt, sind die Schlachten realistischer. Zudem gibt es noch mehr Provinzen. Die Aufklärung kann durch bessere Technologie oder mehr Spionage verbessert werden, wofür es sogar eine eigene Anzeige für die Reichweite gibt. Wer das Radar entwickelt, kann seine Feinde besser aushorchen, da die Stationen dem Abhören dienen. Die Weltkarte ist zwar nicht unbedingt schöner geworden, aber sie wurde weiter unterteilt.

Auch bei den Technologien muss man auf der Höhe der Zeit bleiben, man kann nun deutlich mehr Technologien erfinden. Die Forschung ist durchdacht, aber das Menü könnte doch übersichtlicher sein.
Einzelne Aufträge wie beim zweiten Teil, gibt es nicht mehr. Dieses Mal verteilt man im Menü Forschungspunkte, die sich direkt in Aufträge ummünzen lassen, was einfacher ist. Wer fünf Punkte vergibt, kann ebenso viele Forschungen durchführen. Viele Länder sind hier hoffnungslos hintendran, was sich dieses Mal aber besser aufholen lässt. Man kann mehr Geld in Forschung stecken, was sich bezahlt macht. In Deutschland schießen schon die Fabriken aus dem Boden, während Italien noch von Landwirtschaft geprägt ist. Da jede Erfindung ein Entstehungsjahr hat, ist es schwer, seiner Zeit voraus zu sein. Man kann nicht schon am Anfang Atomraketen bauen, auch wenn man vielleicht die Kernspaltung kennt. Obwohl das Spiel für seinen Grad an Komplexität sonst eigentlich vergleichsweise geordnet ist: Bei der Forschung haben es die Entwickler aber in Sachen kleiner Schaltflächen und Icons übertrieben.

Strategen und Veteranen, die bereits bei den Vorgängern Blut geleckt haben, freuen sich auf vier ausufernde Kampagnen und sieben umfangreiche Einzelszenarien. Im Netz oder online dürfen bis zu 32 PC-Generäle miteinander oder gegeneinander um die Vorherrschaft kämpfen.

Fazit:
Intelligent gemachter und im Detail verbesserter Nachfolger, der sich jedoch nicht viel anders spielt.

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