Call of Duty: Modern Warfare 2
Verfasst von Gargoyle am Do, 23/07/2009 - 22:02
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Redakteur: Gargoyle

Erscheinungstermin:
10/11/2009
USK:
ab 18 Jahren / Keine Jugendfreigabe
Entwickler:
Infinity Ward
Vertrieb:
Activision
Betriebssystem:
Playstation 3, PS3
HD-Auflösung:
720p
Anzahl Spieler:
1-16
Onlinefähig:
Ja
Trophäen:
Ja
Website:
Preis:
ca. 60.00 €
SSG Meinung
Die Call of Duty-Reihe habe ich schon seit dem ersten Teil mit großem Vergnügen am PC verfolgt. Und jeder Teil schaffte es aufs Neue, mich zum einen mit seiner atmosphärischen Single-Player-Kampagne zu begeistern und zum anderen mich und meine Freunde mit seinen Multiplayer-Modi in wilden LAN-Sessions stundenlang an unsere PCs zu fesseln. Auch CoD 4: Modern Warfare war hier keine Ausnahme, und aufgrund des enormen kommerziellen Erfolgs der Kriegsführung in der Gegenwart war eine Fortsetzung auf die Dauer unausweichlich. Und nun liegt Modern Warfare 2 in der – Achtung, doppelte Premiere für mich – deutschen PS3-Fassung vor mir. Und auch auf der Konsole hat die Serie für mich nach wie vor nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ob man das Spiel wiederum inhaltlich mit seinem Gewissen vereinbaren kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das muss und soll an dieser Stelle auch nicht großartig diskutiert werden, denn was einen bei einem Ego-Shooter mit einem solchen Titel erwartet, sollte sich jeder an drei Fingern abzählen können. Es sei nur kurz erwähnt, dass die deutsche USK 18-Version bezüglich der in den Medien breitgetretenen Flughafen-Mission insoweit entschärft wurde, dass man die Mission zum einen von vornherein überspringen kann und zudem an den letzten Checkpoint zurückgesetzt wird, sollte man auf die Idee kommen, gemeinsam mit den Terroristen, welche man undercover begleitet, auf die unschuldigen Zivilisten zu feuern. Keine erwähnenswerte Zensur also, wirklich ärgerlich ist für mich hingegen mal wieder das Fehlen der englischen Tonspur, aber immerhin wurde das Spiel vom Voice-Acting her gut synchronisiert.
Kommen wir zu den wichtigeren Punkten, z.B. der Geschichte von Modern Warfare 2. Sie ist eine direkte Fortsetzung des ersten Teils und spielt fünf Jahre nach den Ereignissen aus Modern Warfare. Wieder einmal bedrohen Terroristen den Weltfrieden und der Spieler schlüpft in die Rolle verschiedener Soldaten wie Gary „Roach“ Sanderson, um diesen zu erhalten. Die Story selber ist durchweg spannend erzählt, leider aber zu einem großen Teil über Mission Briefings. Dafür entschädigen aber wiederum zahlreiche Cinematics in Ingame-Grafik. Ansonsten wird man von vielen Wendungen überrascht, besucht viele verschiedene Orte in allen Ecken der Welt und trifft dabei auf zahlreiche Charaktere, wie auch den alten Bekannten „Soap“ McTavish. Als einzigen Kritikpunkt könnte man anführen, dass man sich trotz der fesselnden Geschichte aufgrund der ständig wechselnden Protagonisten nie wirklich mit den Charakteren identifiziert. Das ist aber schon wieder Jammern auf hohem Niveau.
Vom Aufbau her erwarten einen im Einzelspieler-Modus 18 abwechslungsreiche Missionen, welche sich in zirka sieben bis acht Stunden bewältigen lassen. Das klingt zwar zunächst nicht nach viel, aber dafür erlebt man in dieser Zeit durchweg spannende Einsätze, die einem mit ihrer geballten Action kaum eine Möglichkeit zum Luftholen geben.Ständig ist man in Bewegung, egal ob zu Fuß oder mit einem Fahrzeug, und im Gegensatz zu den Vorgängern hat man in den verschiedenen Gebieten nun deutlich mehr offenes Gelände, sodass man keinem streng vorgegebenen Weg folgen muss. Dadurch ist man zwar in seiner Routenwahl nicht mehr so eingeengt, wird aber auch immer wieder von Gegnern über die Flanke oder im Rücken überrascht. Das trägt, genauso wie das realistische Waffenarsenal, sehr zur Call of Duty-typischen Authentizität bei.
Zu der Singleplayer-Kampagne gesellt sich nun auch ein zwei Spieler-Co-op-Modus namens „Spezialeinheit“, bei dem man sich gemeinsam speziell designten Missionen stellt. Auch diese Missionen sind keine billige Dreingabe, sondern wurden mit viel Liebe zum Detail entworfen. Bei den restlichen – zugegebener Maßen sehr guten – Multiplayer-Modi geht Modern Warfare den sicheren Weg von Evolution statt Revolution: es gibt 15 Karten mit diversen Spielmodi, wie z.B. Capture the Flag oder dem neuen Demolition-Modus, bei dem man Bomben aktivieren und verteidigen muss. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist ein Erfahrungspunkte und Skill-Spezialisierungssystem. Positiv formuliert hat Infinity Ward den ohnehin schon fesselnden und ausgereiften Mehrspieler-Modus in Details weiter verbessert – sicherlich keine falsche Entscheidung. Zudem bietet Modern Warfare 2 seine Mehrspieler-Modi nicht nur online, sondern erfreulicher Weise auch via LAN und sogar als Splitscreen für bis zu vier Spieler an. Somit bietet das Spiel trotz der intensiven, aber recht kurzen Kampagne aufgrund seiner Mehrspieler-Möglichkeiten mehr als genug Spielzeit – die man wegen des Suchtfaktors auch gerne in längeren Sessions ansammeln wird.
Von der Steuerung her war ich überrascht, wie gut ich als Maus- und Tastaturspieler mit der Joypad-Eingabe zurecht gekommen bin, was vor allem der hervorragenden Zoom- und Zielerfassungsfunktion zuzuschreiben ist, die das Anvisieren von Gegnern nicht zu schwer, aber eben auch nicht zu leicht macht. Gerade bei den Gegnermassen ist man für die Autolock-Funktion zudem oft mehr als dankbar, wobei man natürlich immer noch aufpassen muß, nicht einen der zahlreichen Zivilisten ins Visier zu nehmen. Sollte man doch mal zu sehr unter Beschuss geraten, findet man nun in einigen Missionen Riot-Shields, die einem Schutz vor gegnerischen Kugeln bieten und sich als Melee-Waffe einsetzen lassen.
In Sachen Präsentation ist Modern Warfare 2 auf grafischer Seite trotz der relativ alten Engine sicherlich als einer der Toptitel auf der PS3 zu bezeichnen – und das obwohl es sich um einen Multiplattform-Spiel handelt. Eine derart atemberaubende Geschwindigkeit gepaart mit hohem Detailreichtum ist in dieser Form nicht allzu oft zu finden. Auch die Ausleuchtung der Levels ist stellenweise einfach nur phänomenal, sodass man die teils pixeligen Schatten durchaus verzeihen kann. Der dramatische, orchestrale Soundtrack und das gute Voiceacting runden den positiven Eindruck ab. Ein nettes Novum in Sachen Darstellung ist im übrigen die Möglichkeit, in eine 3rd-Person-Ansicht zu wechseln, die aber keinen wirklichen Mehrwert bietet und vielleicht für CoD-Einsteiger eine nette Dreingabe darstellt, Fans der Serie werden wohl eher bei der bewährten Ego-Perspektive bleiben.
Fazit:
Lässt man die Diskussion um die Notwendigkeit von Gewaltdarstellung in Videospielen mal außen vor, so muss man Modern Warfare 2 ganz klar attestieren, dass es in Sachen Realismus, Atmosphäre und Detailreichtum gegenüber den Vorgängern tatsächlich nochmal zugelegt hat. Zusätzlich zu der intensiven Single-Player-Kampagne bietet das Spiel einen der besten Multiplayer-Modi auf der PS3 und ist für Shooter-Fans und solche, die es noch werden wollen ein absoluter Pflichtkauf.
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