Twisted Metal

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Redakteur: Gargoyle

Twisted Metal

Genre: Action

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Twisted Metal Cover
Erscheinungstermin:
07/03/2012
USK:
ab 18 Jahren / Keine Jugendfreigabe
Entwickler:
Eat Sleep Play
Vertrieb:
Sony Computer Entertainment Europe
Betriebssystem:
Playstation 3, PS3
HD-Auflösung:
720p
Anzahl Spieler:
1-4 (lokal), 1-16 (online)
Onlinefähig:
Ja
Trophäen:
Ja
Website:
Preis:
ca. 50.00 €
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SSG Meinung

Lange hat es gedauert, nun ist es endlich soweit: Twisted Metal gibt sein Stelldichein auf der PS3. Es wird auch Zeit, denn Fans von Auto-Kampf-Arena-Spielen hatten bisher keine besonders große Auswahl. Sicher, es gab in den letzten Jahren den ein oder anderen Kart-Racer mit Powerups und Waffen wie Modnation Racers oder Renn-Kampfspiele wie Split/Second oder Blur, die aber wiederum ihren Fokus doch eher aufs Renngeschehen legten. Aber der Spaßfaktor der abgedrehten Genre-Mixtur à la Twisted Metal wurde dabei nie wirklich erreicht. Haben es David Jaffe und seine Jungs von Eat Sleep Play geschafft, dieses Konzept nun mit einem lauten Knall auch auf die PS3 zu katapultieren?

Story
Story? Ja, auch damit kann Twisted Metal dienen. Die Hintergrundgeschichte der mörderischen Schlachten in Vorstadtvierteln und sonstigen urbanen und weniger urbanen Arenen ist allerdings schnell erzählt: Der geheimnisvolle Calypso veranstaltet ein Turnier auf Leben und Tod, nicht im Stil von Mortal Kombat, sondern von Destruction Derby - mit Waffen. Und so rasen Sweet Tooth, Dollface, Mr. Grimm und Co. in drei Kapiteln bis an die Zähne bewaffnet durch die Gegend und versuchen, sich gegenseitig den Garaus zu machen. Schließlich winkt dem Sieger nichts geringeres als die Erfüllung seines sehnlichst gehegten Wunsches. Die jeweilige Storyentwicklung wird mittels Realfilm-Zwischensequenzen im Stil alter B-Movies erzählt. Das ganze geschieht in einer derart derben Form, dass die Cutscenes - trotz des USK-18-Siegels in Deutschland - für die europäischen Versionen des Spiels leicht geschnitten werden mussten. Deshalb dürfen sich unsere amerikanischen Kollegen auch schon seit Mitte Februar in die heiße Asphaltschlacht stürzen. Sei's drum, wer nicht gerade ein zwanghafter Uncut-Fanatiker ist, wird auch mit der deutschen Version seinen Spaß haben, die Schere wurde hier immerhin recht behutsam angesetzt.

Gamedesign
Never change a running system - Das Team von Eat Sleep Play hat keine (größeren) Experimente gewagt und die bewährte Twisted-Metal-Rezeptur nur verfeinert, nicht aber grundsätzlich überarbeitet. Und das ist gut so. Und so macht es noch genauso wie schon an der PS2 einen Höllenspaß im Story-Modus seine Gegner und nahezu die gesamte Umgebung platt zu machen oder gegen übergroße Bosse anzutreten. Dank halbwegs  abwechslungsreichen Missionen mit unterschiedlichen Zielen, wie den „Käfig-Matches“, bei denen ihr innerhalb eines wandernden Bereichs auf der Karte bleiben müsst, um nicht ausgezählt zu werden, kommt so schnell keine Langeweile auf. In Verbindung mit dem durchdachten und abwechslungsreichen Leveldesign sorgt dies für das bekannt chaotische Spielgefühl – mit dem man als Twisted-Metal-Frischfleisch erst mal klar kommen muss.

Hingegen auch für Veteranen neu ist die Möglichkeit, mit eurem Charakter ein beliebiges Fahrzeug zu wählen: Ob Dollface im Ice Cream Truck oder Sweet Tooth im Helikopter, alles kein Problem. Sollte euer Fahrzeug mitten im Kampf fast schrottreif sein, habt ihr dank der neuen Garage die Chance, noch rechtzeitig auf eines eurer zwei Ersatzfahrzeuge auszuweichen, während das angeschlagene repariert wird.

Ebenfalls neu ist, dass ihr im Multiplayer-Modus nicht nur lokal gegen drei Freunde antreten könnt, sondern online gegen bis zu 15 andere Gegenspieler. Wenn das mal keine Langzeitmotivation ist – zumindest theoretisch, dazu aber später mehr. Als Spielmodi stehen Klassiker wie Deathmatch, Team Deathmatch und Last Man Standing zur Auswahl sowie Jäger und Gejagter nach dem Einer-gegen-alle-Prinzip. Besonders gelungen ist die abgefahrene Capture-the-Flag-Variante Nuke, bei der als Angreifer den gegnerischen Anführer zu einem Raketenwerfer bringen und opfern muss, um mittels einer Rakete die Statue des rivalisierenden Teams zu zerstören. Klingt komisch, ist aber so.

Gameplay
Auch bezüglich des Gameplays gilt: Twisted Metal ist und bleibt Twisted Metal, realistische Fahrphysik sollte man also nicht erwarten, schnelle Action mit einer großen Waffenvielfalt hingegen schon. Wie bereits erwähnt, fällt es nicht ganz leicht, im Blech- und Explosionenchaos den Überblick zu behalten, vor allem wenn die KI mal wieder beschlossen hat, sich gegen den Spieler zu verbünden und alle anderen Gegner mehr oder minder zu ignorieren. Der durchschnittliche Schwierigkeitsgrad schwankt demnach auch zwischen normal und anspruchsvoll, das ist aber besonders in der Eingewöhnungsphase der überladenen und unnötig komplexen Gamepad-Belegung geschuldet. Hat man sich allerdings ein wenig eingespielt, erweist sich die Steuerung als präzise und zuverlässig, sodass man das Gefühl hat, stets Herr der Lage zu sein, soweit das möglich ist. Nicht so gut hingegen funktioniert der automatische Waffen-Lock-on, der gerne im Moment des Feuerbefehls beschließt, sich dann doch ein anderes Ziel auszusuchen. Das kann in Verbindung mit den vielen Befehlen am Controller immer mal wieder zu kurzen Frustmomenten führen.

Technik
Grafikfetischisten kommen bei Twisted Metal nicht auf ihre Kosten. Im Singleplayer-Modus läuft das Spiel zwar sehr flüssig, kommt aber trotz ansehnlicher Effekte etwas detailarm daher. Das wäre an sich kein Drama, was hingegen nach aktuellem Stand der Dinge noch nicht so recht begeistern möchte, ist der neue Online-Multiplayer-Modus. Wenn sich besagte 16 Spieler in einer Partie tummeln, kommt es häufig zu Stotterern im System. Auch Verbindungsabbrüche aufgrund von Netzwerkfehlern sind leider keine Seltenheit, daran ändert leider auch der Patch zum Europa-Release nicht viel. Die Fehler dürften zwar grundsätzlich noch zu beheben sein, es ist aber sehr schade, dass solche Unzulänglichkeiten bei einem PS3-exklusiven Titel auftreten, der massiv von einem intakten Mehrspielermodus über das PSN profitieren würde. Auf der Plus-Seite wiederum sei auf den genialen Soundtrack hingewiesen, der mit seinen fetten Rock- und Metal-Tracks jederzeit die passende Stimmung zum Getümmel auf dem Schlachtfeld erzeugt.

Fazit:
Twisted Metal ist dieser Tage einer der wenigen Titel, der es als Sequel einer Erfolgsreihe schafft, seinen Wurzeln treu zu bleiben und dabei nicht zwanghaft versucht, innovativ zu sein und so ein gelungenes Konzept kaputt macht. Dafür vielen Dank an David Jaffe und auch dafür, dass man nicht einfach nur ein halbherzig produziertes Remake von Twisted Metal Black auf den Markt geworfen hat. Ein wenig mehr Feinschliff in Sachen Grafik und vor allem Online-Multiplayer hätte man sich nicht nur als Fan der Serie gewünscht. Nichtsdestotrotz macht das einzigartige Konzept, gerade zusammen mit oder gegen Freunde im Splitscreen, auch heute noch sehr viel Spaß, auch wenn man sich zuerst ein wenig in die Steuerung einarbeiten. Hat man dann aber gelernt, das Chaos ein wenig zu beherrschen, werden einen das hervorragende Leveldesign, die spannenden Spielmodi und nicht zuletzt die abwechslungsreiche Waffenauswahl  sehr schnell vor den Bildschirm fesseln.


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