Jak and Daxter Trilogy

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Redakteur: Gargoyle

Jak and Daxter Trilogy

Genre: Jump & Run

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Jak and Daxter Trilogy Cover
Erscheinungstermin:
29/02/2012
USK:
ab 6 Jahren
Entwickler:
Naughty Dog/Mass Media
Vertrieb:
Sony Computer Entertainment Europe
Betriebssystem:
Playstation 3, PS3
HD-Auflösung:
720p
Anzahl Spieler:
1
Onlinefähig:
Nein
Trophäen:
Ja
Website:
Preis:
ca. 35.00 €
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SSG Meinung

Ja, HD-Collections sind seit einiger Zeit sehr beliebt. Mit mittelmäßigem Aufwand lassen sich damit Fans alter PS2-Titel ruhig stellen, die noch immer der Abwärtskompatibilität der ersten PS3-Generation hinterher trauern. Denn immerhin erhält der geneigte Klassiker-Liebhaber nicht nur eine in Bild und Ton aufpolierte Version mehrerer Spiele auf einer Disc, es gibt auch noch Trophy-Support umsonst mit dazu. Das mag jetzt gehässig klingen, einige lieblos zusammengeschusterte HD-Collections legen diese Wahrnehmung allerdings nahe. Auf der anderen Seite gibt es auch brillante Collections wie Ico und Shadow of the Colossus, die jüngeren Spielern und Klassiker-Fans besondere Game-Meilensteine näher bringen. Wir klären jetzt, zu welcher Kategorie nun Naughty Dogs Sammlung der Jak & Daxter-Reihe gehört.

Auf der PS2 hatten Jak und sein quirliger Begleiter eine ähnliche Bedeutung wie Uncharted auf der PS3: Naughty Dog zeigte sämtlichen Kritikern nicht nur, was technisch auf den Sony-Systemen machbar ist, sondern auch, wie man sein Publikum zeitgemäß unterhält. Sucker Punch, beziehungsweise Sanzaru Games, haben ja bereits mit der Sly Cooper Collection bewiesen, dass man  mit alten Jump'n'Run-Titeln durchaus heute noch Spieler begeistern kann - aber gilt das auch für Jak und sein verrücktes Ottsel und die Umsetzung durch Mass Media? Die Auswahl der Spiele wurde auf die wichtigsten und erfolgreichsten Titel mit den beiden Helden beschränkt, was durchaus Sinn macht und dennoch einen enormen Umfang der Collection garantiert. So sind auf der Disc "Jak and Daxter: The Precursor Legacy", "Jak 2 Renegade" und "Jak 3" enthalten und einzeln anwählbar.

The Precursor Legacy ist dabei auf alle Fälle das Highlight der Sammlung, zwar vielleicht nicht aus technischer Sicht, aber ganz sicher in puncto Gameplay. So wird man schon nach wenigen Minuten wieder von der großen abwechslungsreichen Welt dieses Jump'n'Run-Abenteuers gefesselt. Das Spieldesign ist durchdacht, die Umsetzung hervorragend und die Dialoge zwischen dem nicht ganz so gesprächigen Helden Jak und seinem dafür um so gespächigeren Otter-Wiesel-Sidekick zum Brüllen komisch. Und so macht ihr euch auf die Jagd nach Artefakten und Energiezellen, um neue Gebiete freizuschalten und so die Handlung voranzutreiben. Vom Gameplay her zeigt sich das Game als klassisches 3D-Jump'n'Run, wie sie aktuell nur noch selten zu finden sind.

Jak 2 Renegade hingegen bietet ein völlig anderes Spielerlebnis als der erste Teil und weicht deutlich vom eher einfachen Jump'n'Run-Konzept ab. Dies ist sicherlich zum Teil auch dem damaligen, von Grand Theft Auto III geprägten Zeitgeist, geschuldet. Die gesamte Spielwelt wirkt deutlich düsterer als noch im ersten Teil und ein großer Teil der lockeren Unbeschwertheit war auf einmal verschwunden. Jak mutiert zum bewaffneten sprechenden Action-Helden, während Daxter sich selbst treu bleibt und weiterhin das lustige Ottsel mimt. Und so bewältigen die beiden in Haven City, der düsteren Stadt, in die das Duo nach Teil 1 teleportiert wurde und in der es erst einmal gilt, Jak aus dem Gefängnis zu befreien, einen Auftrag nach dem anderen, um Oberbösewicht Baron Praxis die Stirn zu bieten. Die angesprochene Unbeschwertheit verschwindet auch schnell beim Spieler, denn der Schwierigkeitgrad ist um einiges höher angesetzt als noch in The Precursor Legacy.

In Sachen Gameplay bewegt sich Jak 2 mehr vom Jump'n'Run weg, hin zum Action-Adventure. Die anwählbaren Mission bieten eine deutlich größere Variationsvielfalt als die vergangen Hüpf-Abenteuer. Springen und Rennen ist zwar immer noch angesagt, jetzt darf aber zusätzlich geschossen und gefahren werden. Zahlreiche Mini-Games runden das Paket ab. Diese radikale Umstellung kann man mögen, muss man aber nicht. Unabhängig von persönlichen Vorlieben und dem knackigen Schwierigkeitsgrad ist Jak 2 aber auch heute noch ein spannendes Spiel, an dem der Zahn der Zeit nicht allzu stark nagen konnte.

Das gilt genauso für den Nachfolger Jak 3, der am Konzept des zweiten Teils nur wenig ändert und einige Verbesserungen mit sich bringt. Am auffälligsten ist natürlich der deutlich spielerfreundlicher ausbalancierte Schwierigkeitsgrad. Aber auch die Auswahl an Missionen ist größer als in Renegade und legt mehr Gewicht auf die Racingkomponente. Ansonsten treibt ihr euch im Endzeitszenario rund um Spargus City umher, das auch ein wenig lebendiger wirkt als Haven City. Nachdem euch König Damas vor dem sicheren Tod in der Wüste bewahrt hat, führt ihr von der Wüstenstadt aus wieder - wie schon in Teil 2 - unterschiedlichste Missionen aus, um am Spielende eine überraschende Storywendung zu erleben, die sich kein Fan der Serie entgehen lassen sollte.

Die Steuerung verhält sich in allen drei Teilen ähnlich, sodass man sich nicht wirklich umgewöhnen muss. Grundsätzlich ist sie – mit Ausnahme der schwammigen Fahrzeugsteuerung – recht präzise, nur das Drehen der Kamera bereitet in manchen engeren Umgebungen Probleme. Aus grafischer Sicht lässt die HD-Generalüberholung alle drei Teile in neuem Glanz erstrahlen, wenn auch Teil 2 und 3 aufgrund ihres jüngeren Alters über etwas mehr Strahlkraft verfügen. Was dabei auch heute noch beeindruckt, sind beispielsweise die zusammenhängenden Levels des ersten Teils, der komplett ohne Ladescreens auskommt. Die neue stereoskopische 3D-Unterstützung wiederum kommt über den Status Nice-to-have nicht hinaus, da der Effekt doch sehr aufgesetzt und künstlich wirkt, aber immerhin bei Rennszenen dem Geschehen grafisch ein wenig mehr Tiefe verleiht. Ansonsten kann sich das Auge, trotz teils matschiger Texturen und einer mangelnden Variation an NPCs, an mit Liebe zum Detail gestalteten Welten, butterweichen Animationen und guten Effekten erfreuen. Die Sprachausgabe ist – gemessen an aktuellen Standards – immer noch sehr gut und klingt klar und deutlich aus den Lautsprechern.

Fazit:
Die Jak and Daxter Collection zählt definitiv zu den guten HD-Sammlungen. Drei umfangreiche Top-Spiele im aufpolierten Look zum fairen Preis – für Kenner der Serie eine Überlegung, für alle, die das Ottsel und seinen menschlichen Kumpanen noch nicht kennen, aus spielehistorischer Sicht fast schon ein Muss. Denn nicht zuletzt ist es natürlich spannend zu sehen, wie der Werdegang eines Top-Entwicklerteams wie Naughty Dog aussieht. Zudem sind wirklich gute Platformer aktuell eher spärlich gesäht, sodass Jak and Daxter eine willkommene Abwechslung im Gamer-Alltag bieten.


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