MotoGP 10/11

SSG Meinung
Nach dem äußerst durchwachsenen Motorradspiel MotoGP 09/10 aus dem Vorjahr, erscheint fast auf den Tag genau, ein Jahr später, der Nachfolger MotoGP 10/11. Ob Capcom die Fehler aus dem letzten Jahr ausbessern kann und sich MotoGP 10/11 die Pole Position in den Verkaufsregalen sichert, zeigt dieser Testbericht:
Nach dem Intro erscheint das Hauptmenü, in dem zwischen den verschiedenen Spielmodi Weltmeisterschaft, Zeitfahren, Karrieremodus, Mehrspielermodus oder dem Herausforderungsmodus gewählt werden kann. Während in den Einzelrennen bereits alle drei Klassen (125ccm, Moto2 und MotoGP) freigeschaltet sind, muss im Karrieremodus in der kleinsten Klasse begonnen werden um sich nach und nach hochzuarbeiten. Doch in diesem Modus beschränkt man sich nicht nur auf die Fahrerkarriere, sondern muss ich auch um das Personal sowie die Sponsoren kümmern. Eine Neuerung ist, dass die Karriere sogar mit einem Teamkollegen im Splitscreen absolivert werden kann. Ein- und Aussteigen während der laufenden Saison ist hierbei jederzeit möglich. Dies sorgt für ausreichend Abwechslung und Langzeitspielspaß ist vorprogrammiert. Ein weiterer Grund dafür ist, dass MotoGP 10/11 das volle Lizenzpaket von Veranstalter Dorna beinhaltet.
Das Geschwindigkeitsgefühl ist dank der flüssigen Bewegungsabläufe richtig gut, kleine Einbrüche sind eher selten. Grafisch gesehen wäre definitiv mehr drin gewesen. Im Vergleich zum Vorgänger halten sich die Verbesserungen in Grenzen. Die insgesamt 18 lizensierten Strecken aus dem Rennkalender wirken etwas trist und leblos. Auf den Tribünen will keine Euphorie aufkommen, das trübt zusätzlich das Gesamtbild. Dafür gibt es nun ein realistisches Schadensmodell, nach Kollisionen sind Schäden deutlich bemerkbar.
Während MotoGP 09/10 zu arcadelastig war, sieht es beim Nachfolger anders aus. Capcom wollte einen anderen Weg einschlagen und das ist zumindest in diesem Bereich gelungen. Denn der Fokus liegt nun auf Simulation, damit auch anspruchsvolle Biker auf ihre Kosten kommen. Anfänger sollten die bereitgestellten Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle in Anspruch nehmen, während sich Profis ohne Hilfen beweisen können.
Leider neigt die KI der Kontrahenten zu unfairem Rempeln und Auffahren, was im schlimmsten Fall sogar eine Bestrafung in Form von Punktabzug im Bewertungssystem des eigenen Fahrers, zur Folge hat. Dies kann zwar durch Windschatten, Ideallinie und Überholmanöver ausgeglichen werden, ist aber unnötig. Hier besteht also noch Raum zur Verbesserung, damit die KI (künstliche Intelligenz) ihrer Bezeichnung gerecht wird.
Der Online-Modus läuft trotz großem Fahrerfeld (bis zu 20 Fahrer) stabil. Toll, dass das im Karrieremodus eigens entwickelte Motorrad auch online verwendet werden kann.
Fazit:
Es gibt viele Gründe für Motorradfans, die für den Kauf von MotoGP 10/11 sprechen und wenige dagegen. Das Wichtigste an einem Race-Game ist das Feeling und durch die vielen verschiedenen Einstellungen am Motorrad selbst, sowie den ein- bzw. abschaltbaren Fahrhilfen kommen sowohl Anfänger als auch Profis voll auf ihre Kosten. Auch am Umfang haben die Entwickler nicht gespart und dank der Lizenzen sollten die Käufer lange Freude an diesem Spiel haben. Da werden die leblosen Strecken, die ausbaufähige Grafikengine und die beschränkte KI fast zur Nebensache. Dies soll aber nicht untergehen, sondern Capcom Anreiz geben, die MotoGP-Reihe weiter zu entwickeln. Für die Pole Position reicht es nicht ganz, doch MotoGP 10/11 befindet sich auf einem guten Weg an die Spitze.
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