Donkey Kong Country Returns

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Redakteur: Olebrumm

Donkey Kong Country Returns

Genre: Jump & Run

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Cover: Donkey Kong: Country Returns
Erscheinungstermin:
03/12/2010
USK:
ohne Altersbeschränkung
Entwickler:
Retro Studios
Vertrieb:
Nintendo
Betriebssystem:
Wii
HD-Auflösung:
K.A.
Anzahl Spieler:
1-2
Onlinefähig:
Nein
Trophäen:
Nein
Website:
Preis:
ca. 50.00 €

SSG Meinung

Es ist die Weihnachtszeit von 1994, das SNES liegt in seinen letzten Atemzügen. Die Playstation schickt sich an die Videospielewelt zu erobern. Neidisch schielen die Nintendo Anhänger zur gerade in Japan erschienenen neuen 32Bit Generation. Doch was ist das für eine Werbung, die da über die heimische Glotze flimmert… Wie bitte, Donkey Kong mit so einer guten Grafik, hat Nintendo eine Konsole herausgebracht oder ist das Affen-Franchise jetzt etwa in den Händen Sonys?

Nein, Donkey Kong war Nintendo erhalten geblieben. Der damalige Entwickler Rare hatte einfach nur einen verdammt guten Job gemacht: Durch smarte Programmiertricks gelang es den Entwicklern eine auf SNES noch nie dagewesene Renderoptik auf den Bildschirm zu zaubern. Und so spielte man mit kindlicher Begeisterung Donkey Kong Country und noch zwei Nachfolger, wenn man Donkey Kong 64 nicht mitrechnet.

Nichts Geringeres erwartet man für den Reboot der Serie Donkey Kong Country Returns. Zwar steht die Wii noch voll im Saft, doch bei grafisch oft dürftigen Third-Party- Titeln würde man sich doch gern das ein oder andere Highlight wünschen. Wie gut, dass man dabei auf die Dienste der Retro-Studios vertraut, die ja sich ja bereits mit der grandiosen Metroid Prime-Reihe höchste Meriten verdient haben.

Der Einstieg ist für ein Jump & Run denkbar unkompliziert. Seltsame Voodoo-Kerlchen oder auch böse Tikis haben die Bewohner des Dschungels hypnotisiert und  alle Bananen gestohlen.  Der große Affe Donkey und sein kleiner Gehilfe Diddy machen sich daher auf den Weg die Aggressoren zu vertreiben und den unhaltbaren Zustand wahllos verstreuter Bananen zu beseitigen.

Gesteuert wird ähnlich wie bei New Super Mario Bros. mit der Wiimote in waagrechter Haltung. Mit  kräftigem Schütteln nach unten oder oben trommelt Donkey auf den Boden unter oder über sich ein. Auf diese Weise lassen sich Steine zertrümmern und Objekte öffnen. Durch Werfen von Objekten kann der Spieler zum Beispiel den kleinen Affenfreund Diddy aus einem Fass befreien, um mit ihm für gewisse Passagen durch die Level zu schroten. Dieser ist nämlich mit einem Raketenrucksack ausgestattet, so dass die Beiden an zuvor unerreichbare Stellen gelangen können.

Das Spiel ist zwar von der Spielmechanik in 2D gehalten, stellenweise ist es jedoch möglich, die Tiefen des Raumes zu nutzen, beispielsweise bei parallel angeordneten Spielebenen. So kann sich Donkey mit explosiven Fässern zu im Hintergrund liegende Stellen katapultieren. Mancherorts kann Donkey sich über Abgründe hangeln oder Wände erklimmen. Hält man die rechte Taste des Digikreuzes gedrückt und schüttelt die Wiimote, rollt Donkey unaufhaltsam nach vorne und erledigt damit alles, was sich in den Weg stellt.

In den recht kurzen Leveln gibt es allerlei Geheimnisse zu entdecken: Neben Herzen für die Lebensenergie und ganzen Bananenbündeln, gibt es Puzzleteile einzusammeln. Komplettiert man letztere lässt sich damit Extra-Content wie Musik und Art-Design freischalten. Mit Bananenmünzen, die Donkey zahlreich in jedem Level finden kann, lassen sich dafür in seines Opas Warenladen allerlei nützliche Dinge tauschen. So kann der Spieler sich für Donkey Extra-Herzen, Schlüssel für Bonuslevel und einen Papagei, der einem hilft versteckte Puzzleteile zu finden, käuflich erwerben.

Ähnlich wie bei Super Mario Galaxy 2 gibt es eine Oberwelt auf welcher der Spieler die einzelnen Level und den aktuellen Fortschritt sehen kann. Ganz bequem können hier auch ältere Level erneut gespielt werden und sogar mit einem Zeitlimit gemeistert werden.

Es gibt aber auch Negatives von Nintendos neuem Affenabenteuer zu berichten. So ist die Steuerungsmechanik leider unverzeihlich. Punktgenaue Sprünge sind in höheren Spielstufen absolut lebensnotwendig. Nicht selten kommt es vor, dass man an einer anspruchsvollen Hüpfpassage sämtliche Leben verbraucht. Gerade bei Einsteigern ist die Frustschwelle somit schnell erreicht. Zudem funktioniert die Bewegungserkennung nur in 9 von 10 Fällen, so dass man sich schnell eine individuelle Steuerungskonfiguration wünscht. Immerhin gibt es den aus New Super Mario Bros. bekannten Super Guide. Scheitert man an einer Stelle mehrfach, greift die KI ein und übernimmt für den Spieler die schwierige Passage. Ist diese absolviert, kann die Kontrolle wieder übernommen werden.

Die Grafik ist bezaubernd und entschädigt für die kleinen Unzulänglichkeiten bei der Steuerung. Wirklich jedem der Donkey Kong schon einmal gespielt hat, muss beim Anblick der mit Spielspaß randvoll gefüllten quietsch bunten Level einfach das Herz aufgehen. Die Animationen sind darüber hinaus stimmig umgesetzt und das Gefühl mit Donkey durch die Gegend zu springen, zu sprinten oder zu  hangeln fühlt sich tatsächlich richtig affenmäßig an.

Ein echter Spielspaßkracher ist der Koop-Modus. Übernimmt ein zweiter Spieler die Rolle raketenbepackten Diddy, kann dieser lästige Feinde mit seiner Erdnuss-Pistole ausschalten und auf diese Weise das Affenleben der beiden Akteure erleichtern.

Fazit:
Wem in den ersten Spielminuten von Donkey Kong Country Returns nicht das Spielerherz aufgeht, der muss ein Gefühlszombie sein. Kaum ein anderer Hersteller schafft es so einzigartig wie Nintendo diese ganz besondere Magie auf den Bildschirm zu zaubern, die einen an (heimlich) durchzockte Nächte an der 8- oder 16Bit Konsole erinnert. Rares Abwesenheit wird nicht vermisst: Die Retro Studios sind gerade dabei zum neuen Edelentwickler für Nintendo zu avancieren. Donkey Kong Country Returns ist ein Spiel, dass man aufgrund seines Charmes und seiner spielerischen Qualitäten einfach lieben muss und dem man gerne auch kleine Fehler verzeiht.


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