DJ Hero 2

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Redakteur: Olebrumm

DJ Hero 2

Genre: Musik

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Cover: DJ Hero 2
Erscheinungstermin:
22/10/2010
USK:
ohne Altersbeschränkung
Entwickler:
Freestyle Games
Vertrieb:
Activision
Betriebssystem:
Xbox 360
HD-Auflösung:
1080p
Anzahl Spieler:
3
Onlinefähig:
Ja
Trophäen:
Nein
Website:
Preis:
ca. 70.00 €

SSG Meinung

Betrachtet man die reinen Verkaufszahlen, konnte Activision mit Erscheinen von DJ Hero zu Anfang leider nicht ganz an den Erfolg des großen Gitarrenbruders anknüpfen. Eine kleine Enttäuschung für ein so gut rezipiertes Musik-Game, vor allem wenn man bedenkt wie viele Verkaufsrenner es eigentlich gar nicht verdient hätten gespielt zu werden. Möglicherweise war die gesenkte Kaufbereitschaft im allgemeinen mit einem gewissen Plastikoverkill zu erklären, der in den vergangenen Jahren mit Titeln wie Musik- und Rhythmusspielen oder diversem Wii-Zubehör Einzug gehalten hat. Nach und nach verkaufte sich DJ Hero aber immer besser. Ein Beweis für die These, dass Qualität sich durchsetzt.

Somit sollte für all jene, die auf Musikspiele stehen oder den Erstling nicht gespielt haben, das dieser Tage erschienene DJ Hero 2 auf dem Weihnachtszettel stehen. Denn wer lässt sich schon die Gelegenheit entgehen, großen Clublegenden wie Deadmaus nachzueifern. Doch wie geht das genau? Das Spielprinzip ist angelehnt an Spiele wie Frequency oder Amplitude und nicht zuletzt die Guitar Hero-Reihe. Passend zur Musik müssen, angezeigt durch parallele Bahnen, annähernde Sounds zum richtigen Zeitpunkt gespielt werden, indem man auf dem Controller die entsprechenden Knöpfe drückt.

Die Innovation bei DJ Hero erklärt sich durch die Einführung des Turntable-Controllers. Nicht nur, dass die Soundbahnen nun gebogen sind. Den besonderen Spielwitz bringen die einzigartigen Hardwarelemente. Grundsätzlich muss der Spieler den Bahnen entsprechend die Tasten Rot, Grün und Blau bedienen. Das sieht dann so aus: Daumen auf die nachempfundene Schallplatte zum Scratchen und Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf die Tasten. Mit dem Crossfader muss zum jeweils richtigen Zeitpunkt die Spur gewechselt werden. Mit den größten Spaß bringt dabei das Scratchen selbst. Was bei Guitar Hero das Gitarrensolo, ist hier das Drehen des Fake-Vinyls, das den größten Coolness-Faktor ausmacht.

Zugegeben, um DJ Hero 2 auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad spielen zu können ist es bereits erforderlich die Tutorials durchzuspielen und man merkt schnell, dass das Beherrschen des Turntable-Controllers mehr Aufwand erfordert als das bei den Platikgitarren der Fall ist. In Kombination mit Multiplikatoren ist man nach etwas Übung jedoch völlig fokussiert auf das Zusammenspiel von Sound, Rhythmus, Bildschirmflow und Controller. Oft ist man so in das Spiel hineingesogen, dass man seine Umwelt völlig vergisst. Wenn dann die Kontrolle des Turntables immer besser gelingt, kommt man sich schon öfter mal vor wie der coole DJ im angesagtesten Club der Stadt.

Doch zu den neuen Features von DJ Hero 2: Beim Freestyle Scratching kann man jederzeit zwischen den zwei Musik-Tracks hin- und herwechseln. Hinweise erleichtern hierbei das Wechseln an geeigneten Stellen, das gerade für Anfänger ohrenschmeichelnde Ergebnisse liefert. Richtig lässig wird das Mixen allerdings, wenn man die eigene Kreativität spielen lässt. Waren die Freestyle Scratches im Vorgänger nur im Ansatz vorhanden, stellen diese im Sequel nun eine hervorragende Ergänzung der bereits hervorragenden Spielmechanik dar.

Apropos Mechanik, die Peripherie wurde zum Vorgänger nicht geändert. Das ist gut so. Denn wer hat schon Lust sich ständig neue Hardware anzuschaffen? Außerdem: Diesmal unterstützt das Spiel etwa zwei Turntable-Controller und ein Mikrofon, welche in dieser Konstellation ebenfalls in einem Bundle erhältlich sind. Aber auch mit vorhandenen Gitarren kann wieder mitgemacht werden, sodass Musikfreunde jeder Façon teilnehmen und damit höchsten Multiplayerfreuden frönen können.

Die Mehrspieler-Action findet dabei online oder lokal statt. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen macht der lokale Modus am meisten Spaß. Gemeinsam mit ein paar Freunden geht es ähnlich wie im Gitarren-Pendant im heimischen Wohnzimmer nach ein paar Runden hoch her. So zum Beispiel bei den Battles, in denen man durch das Gewinnen verschiedener Sektionen oder das Hinlegen einer möglichst langen Serie den Kontrahenten besiegen muss.

Doch auch Einzelspieler werden bei der Stange gehalten. Herzstück ist der Empire-Mode, der die Karriere des Spiels darstellt. Hier kann man zu Beginn einen Charakter erstellen oder ganz einfach seinen Avatar importieren. Mit diesen gilt es fortan, sich in den großen Clubmetropolen wie Berlin, Ibiza oder London einen Namen zu machen. Leider wurde dabei auf eine abgeschlossene Geschichte verzichtet, die etwa den Weg zum DJ-Star nachstellt.

Musikliebhaber werden von DJ Hero überzeugt sein: Die individuellen Mixes sind vom Feinsten und gehören zum Besten, was die Mix-Szene zu bieten hat. Auffallend orientiert man sich bei der Musikwahl diesmal mehr an modernen Clubsounds anstelle des eher Hip-Hop-lastigen Vorgängers.

Wer jetzt allerdings mehr auf Hip-Hop steht kann sich freuen: Im Bundle ist auch DJ Hero Teil Eins enthalten. So großzügig diese Beigabe ist, die Songs aus Teil Eins sind leider nicht in die Songliste von DJ Hero 2 importierbar.

Fazit:
Last night a DJ saved my life from boredom: Wem die aktuellsten Gitarren und Band-Inkarnationen samt Spezial-Controller zu wenig innovativ sind, findet in DJ Hero 2 eine gleichermaßen neuartige und hochspaßige Alternative. Klar, man muss sich anfangs schon ein wenig in die Bedienung des Turntable-Controllers reinfuchsen. Hat man sich aber erst mal ins Scratchen eingewöhnt und den ersten Highscore eingefahren, wird man die gute alte Plastik-Klampfe kaum mehr vermissen. DJ Hero 2 ist ein gelungenes Sequel, das seinen ohnehin schon sehr guten Vorgänger sinnvoll verbessert und auf diese Weise ein noch immersiveres Spielerlebnis bietet.


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