Colin McRae: DiRT 2

SSG Meinung
Kann Codemasters den Erfolg von DiRT wiederholen? Das Spielprinzip des Vorgängers wird beibehalten jedoch sind die typischen Sprint-Rennen nur noch im Karrieremodus zu finden. Darüber hinaus gibt es nicht nur Rallyes zu meistern, sondern auch Rennen mit sieben KI-Gegnern, Knock-out-Rennen und Herausforderungen.
Der Homescreen, also die Schaltzentrale ist ein heruntergekommener Wohnwagen, indem man einen Blick auf noch ausstehende Rennen, persönliche Statistiken, Onlinemodus oder auch auf die Optionen blicken kann.
Im neugestalteten Karrieremodus geht’s mit dem ersten der neun Schauplätze los, nämlich dem Stadtkurs in London. Auch optisch sind die Strecken ein echter Leckerbissen und vor allem die Hintergründe sehen aus als wären sie direkt aus der Realität in das Spiel geholt worden. Da ist es schwer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, wenn man einen Blick auf diese Kulisse wirft. Unter anderem gibt’s noch Schotter-Rallye in Kroatien, der Dschungel in Thailand oder auch Wüste und Staub in Kalifornien. Bei den insgesamt über 100 Events bleibt der Spielspaß lange erhalten. Die Auswahl der Rennen hält sich anfangs noch in Grenzen, das ändert sich jedoch nach den ersten Siegen. Denn für jede Platzierung gibt es eine bestimmte Anzahl an Erfahrungspunkten. Je mehr Punkte, desto höher der Rang. Mit jedem Rang, den man erreicht, werden neue Rennen freigeschaltet. Mit dem Preisgeld, das man zusätzlich erhält, kann der Fuhrpark aufgestockt werden.
Das Angebot an Fahrzeugen ist nicht mehr ganz so groß, wie noch beim ersten Teil von Codemasters’ DiRT. Dafür sind die Boliden aufwändig modelliert, unter anderem auch das Schadensmodell, das sich auf die Fahrphysik auswirkt und auch die detaillierte Cockpitansicht tragen zum Realismus bei. Es gibt neben den klassischen Rallye-Autos noch weitere Offroad-Klassen wie Raid T1 (Mitsubishi Lancer, VW Tuareg 2), Buggys, Trophy Trucks (Chevrolet Silverado, Dodge Ram) sowie Stock Baja (z.B. Hummer HX). Ein Grund für die magere Auswahl von 25 verschiedenen Fahrzeugen ist die Tatsache, dass bei höherklassigen Rennen einfach die vorhandenen Autos durch spezielle Tuningpakete angepasst werden. So erhält ein BMW Z4 beim Rallyepaket einfach einen großen Spoiler. Die Grundmodelle bleiben jedoch unverändert. Die Einstellungen des Wagen-Setups sind leider etwas beschränkt, um genau zu sein gibt es nur fünf verschiedene Einstellungen, diese wirken sich aber trotzdem auf das Fahrverhalten aus und werden mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad immer wichtiger.
Der Onlinemodus wurde im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls verbessert. Unter anderem ist es möglich als Host eine Sitzung mit bis zu fünf Veranstaltungen zu erstellen. Außerdem gibt es noch eine Online-Karriere mit Ranglisten-Rennen. Dort ist es wie auch beim normalen Karrieremodus möglich Punkte zu sammeln um sich so nach oben zu arbeiten. Enttäuschend ist der Offline-Mehrspielermodus. Dort gibt es weder Splitscreen, noch die Möglichkeit mehrere Events nacheinander in einem Wettbewerb zu fahren.
Die Intelligenz der Gegner ist ab und zu etwas beschränkt. Denn nicht immer ist man selber an einem Unfall schuld. Es kommt vor dass beim Anbremsen einer Kurve, der Hintermann bereits im Kofferraum sitzt. Wenn man sich dann um die eigene Achse dreht, ist das nicht gerade von Vorteil. Positiv anzumerken ist dass jeder Gegner eine eigene Persönlichkeit aus dem Extremsportbereich ist wie z.B. Travis Pastrana oder Dave Mirra, um nur einige Namen zu nennen. Diese durchaus bekannten Fahrer verfügen über individuelle Stärken und Schwächen. Im Spielverlauf ist es wichtig, sich Respekt bei den Gegnern zu verschaffen, damit man bei den Teamrennen einen guten Partner hat.
Eine Funktion, die es schon bei GRID gibt, findet auch bei DiRT 2 Einzug. Wenn man doch mal von der Strecke abkommt oder sich mit dem KI-Gegner anlegt und den Kürzeren zieht, gibt es die Möglichkeit den Unfall zurück zu spulen. Dies ist je nach Schwierigkeitsgrad bis zu fünfmal pro Rennen möglich.
Auch bei den Soundeffekten gibt sich DiRT 2 keine Blöße. Das Aufheulen der Motoren gibt dem Spieler zusätzlich das Gefühl in dem Wagen zu sitzen. Die rockige Musik rundet das Ganze ab.
Fazit
Die Vorfreude auf dieses Spiel war besonders groß. Nicht nur weil bereits der Vorgänger eines der besten Rallye-Spiele war, sondern weil die Trailer und Screenshots schon einen kleinen Vorgeschmack auf das gegeben haben, was letztendlich auch umgesetzt wurde. Die Schauplätze sind wunderschön, die Steuerung und das Fahrgefühl hat man schon nach wenigen Runden drauf. Auch die Soundeffekte der Boliden und die flüssige Darstellung haben maßgeblichen Anteil am Erfolg des zweiten Teils der DiRT-Reihe. Zu bemängeln gibt es nicht sonderlich viel. Der Fuhrpark ist etwas klein und einige Etappen etwas kurz. Der Mehrspieler-Modus könnte noch etwas ausgebaut werden. Trotzdem ist das Spiel auf jeden Fall eine Kaufempfehlung, bei dem man auch nach mehreren Stunden Spielzeit immer noch nicht aufhören möchte.
Herstellerangaben einblenden






