E3 2013 - Zusammenfassung und Eindrücke

Die E3 ist nun schon eine Weile vorüber und ich habe mit mir gekämpft ob ich ein paar Worte darüber verlieren soll oder nicht. Falls ihr euch fragt warum, so muss ich sagen dass ich sehr gespaltener Ansicht war. Als ich mir die Präsentationen angeschaut habe, war es weniger "Arbeit" als Interesse aus der Sicht als Gamer, weshalb ein früherer Kommentar überstürzt und für mich als Amateur in diesem Business äußerst unprofessionell formuliert gewesen wäre. Aber die Leidenschaft lässt sich nur schwer unterdrücken bei einem Hobby, in das man das meiste seiner Freizeit investiert. Daher werde ich erst mal einige Sachen vorne weg nehmen.
Ja, ich mag den PC mehr als Konsolen. Ja, ich habe deshalb gewisse Vorurteile. Ja, ich ziehe Sony Microsoft vor. Und zum vierten: Ja, ich werde Nintendo nicht außen vor lassen. Mit denen werde ich nämlich anfangen.

Ein schwacher Start und immer noch kein Land in Sicht.

Dabei hat alles so gut angefangen... Das Line-up für den Release der Wii U hat mich ziemlich begeistert: Rayman Legends, Bayonetta 2 und ZombiU, um hier nur mal meine persönlichen Favoriten aufzuzählen. Ein halbes Jahr ist die Kiste nun auf dem Markt und obwohl ca. 100 Spiele erhältlich sind, fühlt es sich nicht so an. Das meiste sind Portierungen, zum Teil mehr schlecht als Recht umgesetzt, von Spielen die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Der Rest besteht aus Casual- oder Party-Games, von denen bei jedem der eine Wii besitzt 2 oder 3 im Regal fleißig Staub ansetzen dürften. Die Partyzeit für Nintendo ist vorbei und die Erfüllung des Versprechens, mit der WiiU auch wieder Core-Gamer anständig zu bedienen, ist in weite Ferne gerückt.
Damit meine ich im Fall von Nintendo nicht die Portierung von Multiplattform-Titeln, sondern das, was sie in der Vergangenheit stets in Perfektion vollzogen haben: großartige neue Serien zu starten und das Neuerfinden von alten, sehr gut etablierten Franchisen. Diese sind zwar in Entwicklung, aber es wäre schön gewesen mehr als nur ein Super Mario zum Release der Konsole zur Auswahl zu haben.
Aber Nintendo's Spiele machen einfach Spaß. Punkt. Es geht hier nicht um möglichst protzige Grafik oder Ähnliches, sondern immer darum, den Spieler so für eine Geschichte zu begeistern wie vor 20 Jahren. Mal gelingt es besser und mal schlechter. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir Super Metroid heute genauso viel Spaß macht wie Prime, als es gerade für die Gamecube erschienen ist. Diese Zeitlosigkeit fehlt der Konkurrenz in meinen Augen, oder sie haben sie über die Generationen neuer Hardware und Grafikengines verloren.

Nintendo auf der E3 war eine Enttäuschung. Es wurde nur eine Handvoll neuer Titel angekündigt. Und das auf eine Art und Weise, wie sie langweiliger nicht hätte sein können. Ich finde ja die Idee der Nintendo-Direct Videos generell ganz in Ordnung. Aber das steife Auftreten, welches irgendwie in der Natur japanischer Geschäftsleute zu liegen scheint, lässt Satoru Iwata , Präsident von Nintendo, sowie das ganze Format stellenweise mitleiderregend erscheinen. Auch die Ankündigung des neuen Super Smash Bros. WiiU kann bei einem Release irgendwann 2014 nicht über die Enttäuschung hinweg trösten. Sicher gibt es Perlen und neue werden dazukommen, aber den Start hat Nintendo echt versaut.

Doch nicht so Lernresistent wie vermutet

In der Vergangenheit hat sich das große N schon einige Patzer auf den E3-Shows geleistet. Insofern war es vielleicht sogar die richtige Entscheidung keine Pressekonferenz abzuhalten. Aber auch Microsoft hat sich hier eher selten mit Ruhm bekleckert. Dieses Jahr haben sie jedoch ganz gute Arbeit geleistet würde ich behaupten. Das Einzige was hier vielleicht sauer aufstößt, war das lächerliche Verhalten einiger Zuschauer, als es bei der Präsentation von Battlefield 4 zu technischen Schwierigkeiten kam. Wofür Microsoft jedoch ordentlich eine auf den Deckel verdient, ist mangelnde Auskunft zu Themen wie Gebrauchtspielmarkt, Spiele verleihen oder dem Always-On-Zwang. Nach der Provokation durch Sony zeigten sich einige Tage später auch noch starke Anzeichen von Rückgratschwund.
Hierzu möchte ich nur folgendes sagen: Microsoft, wenn Ihr soviel negative Kommentare schon bekommt bevor euer Gerät überhaupt auf den Markt ist, solltet Ihr mal überlegen woran das liegt. Die Antwort in meinen Augen lautet: Mangelhafte oder falsche Informationen. So finde ich das beschriebene Spiele-Verleih-System durchaus interessant.

Für die, die es noch nicht mitbekommen haben.

Microsoft lässt den Publishern die Option offen ihre Spiele verleihbar zu machen. Wenn diese sich dafür entscheiden gibt es folgende Möglichkeiten:
Spiele die man in Disk-Form besitzt kann man einmalig an Bekannte verleihen, welche mindestens 30 Tage als Freunde in der Liste registriert sind. Darüber hinaus, und hier wird es spannend, können bis zu 10 Familienmitglieder registriert werden, die simultan auch auf anderen Geräten mitspielen können. Natürlich ist es nicht das Selbe wie auf einer PS3 oder Wii, aber bei weitem auch nicht so schlimm, wie sich alle darüber beschwert haben als diese Info noch nicht bekannt war.

Gewecktes Interesse

Für mich als Hobby-Streamer bietet die Xbox One einen überaus großen Vorteil gegenüber der PS4. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit direkt von der Konsole auf das Portal twitch.tv zu streamen. Auch Youtube bietet inzwischen solch eine Möglichkeit an und so wird es vielleicht nur eine Frage der Zeit sein, bis das auch hier funktioniert, wenn es nicht sogar schon möglich ist.
Außerdem scheint, wenn auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich, Microsoft einige ehemals exklusiv für Sony entwickelnde Studios für sich gewonnen zu haben. Während Releases wie Final Fantasy XIII auf der Xbox 360 eher wie eine Ausnahme erschienen, steht bereits fest, dass Metal Gear Solid 5 ebenso wie das neu nummerierte Final Fantasy XV auch auf der Xbox One erscheinen werden. Zwei Franchisen,, die mich bei der Entscheidung der letzten Generation stark beeinflusst haben.
Da bleibt Sony nicht mehr besonders viel um die Leute auf ihre Seite zu ziehen.

Dennoch...

Man kann Sony verabscheuen wie man möchte, was sich bei mir vielleicht etwas unglaubwürdig anhört, aber sie verstehen es die Leute zu begeistern. Ich kann mich in den letzten Jahren an fast keine Show erinnern, die mich nicht in irgendeiner Form gefesselt hat. Natürlich gab es hier und da ein paar schwache Momente, aber die Präsentationen waren für mich immer Ansprechender als die ihrer Widersacher. Jedoch haben Sie in dieser Epoche den selben Fehler gemacht wie Microsoft: Zu wenig Informationen zur neuen Hardware.
Die Ankündigung der PS4, ohne das Gerät zu zeigen, war schon ein schwacher Zug und auch über die Spezifikationen wurde nur das aller Nötigste bekannt gegeben. Die Demonstration der Nutzeroberfläche war im Vergleich zu Microsoft fast schon lächerlich und auch auf der E3 wurden hierzu keine weiteren Details offenbart.
Nun mag man vielleicht behaupten, dass es bei der E3 einfach mehr um Spiele geht als alles Andere, aber das hat Sony auch nicht abgehalten in den Jahren zuvor ausgiebig über die Marktsituation zu referieren, die Spieler eher wenig interessieren dürfte.

Fazit:

Von einem objektiven Standpunkt aus, bin ich der Ansicht dass Sony dieses Jahr definitiv das Rennen gemacht hat. Ausschlaggebend für diese Einschätzung ist zwar nur das Gefühl, dass Sie sich mehr um die Gamer kümmern wollen als die Konkurrenz, allerdings glaube ich das Microsoft mit ihrer neuen Strategie, das Wohnzimmer zu erobern, mehr erreichen wird. Die Funktionalität der Xbox One wird sicher auch etliche Nicht-Spiel-Affine an die Ladentheken locken. Und wenn das Gerät schon mal da ist, den einen oder anderen dazu bringen eines dieser angesagten Videospiele auszuprobieren. Nintendo wird sein eigenes Ding machen während sich die anderen beiden Konzerne die Schädel einschlagen. Dem Rest bleibt nur die Hoffnung das Portierungen für den PC in Zukunft besser werden.

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